
Vielfalt respektieren und leben können ist heutzutage wichtiger denn je. Über die Wohn- und Versorgungssituation von queeren Menschen im Alter haben wir uns mit Expert*innen, Stiftungs-, Institutions- und Behördenvertreter*innen bei unserer HaBüWo-Veranstaltung am 23. Januar 2025 intensiv ausgetauscht. Das von der Amalie Sieveking-Stiftung präsentierte, bereits praktizierte Konzept zu „Queerem Altern“ können Sie hier einsehen und als Anregung für Ihre eigene Arbeit nutzen.
Wie sich inklusive Lebensrealitäten auch im Alter anerkennen und respektieren lassen, darüber informierten impulsgebend die Koordinator*in Karin Klipp und Dr. Heiko Gerlach vom Hamburger Netzwerk für lesbische, schwule, bisexuelle, trans, inter und queere zu pflegende Senior*innen. Anhand von Beispielen gingen sie auf spezifische Lebenslagen dieser Zielgruppen und auf deren Vorbehalte in den Regelstrukturen ein. Berichtet wurde über bereits bestehende Kooperationen mit Service-Wohnanlagen und Wohngenossenschaften, an die Anfragen von Älteren vermittelt werden können. Das Hamburger Netzwerk arbeitet eng mit der Sozialbehörde, dem Landesseniorenbeirat, der Wohnpflegeaufsichten und der Koordinierungsstelle für Wohn-Pflege-Gemeinschaften zusammen. Es wird über die Pflegekassen finanziert, aktuell für den Zeitraum 2025/2026.
Interessierte Institutionen des Service-Wohnens, des Betreuten Wohnens und/oder der Pflege können sich zum Themenbereich einer diversitätssensiblen Betreuung und Pflege über das „Regionale Netzwerk LSBTIQplus Pflege und Altern“ informieren und beraten lassen. Sie sind herzlich dazu eingeladen an den regelmäßigen Austauschtreffen des Netzwerkes teilzunehmen. www.mhc-hh.de/projekte/netzwerk-pflege-altern
In München: Die Herzog*in Seniorenwohnanlage
Selbstständiges Wohnen für queere Senior*innen bietet das Quartier Herzog*in in München, das Sebastian Menzel von der Beratungsstelle der Aids-Hilfe vorgestellt hat. 28 barrierearme Wohnungen (Zwei- und Einzimmer) sind über vier Etagen verteilt und mit einem 24-Stunden-Notruf ausgestattet. Die Terrasse und ein großer Innenhof stehen allen Bewohner*innen zur Verfügung.
Über die Münchner Aids-Hilfe, deren Beratungsstelle mit in dem Haus angesiedelt ist, werden zweimal wöchentlich ein Kaffeeklatsch organisiert und monatlich thematisch verschiedene Angebote wie Malen, Basteln, Ausflüge angeboten. Beworben wird das Wohnungsangebot meist über die Community selbst und zusätzlich über die Homepage der Aids-Hilfe. www.muenchenstift.de/de/haeuser/wohnheime/herzog-in.html
In Hamburg: Die Amalie Sieveking-Stiftung
Queeres Altern in der Amalie Sieveking-Stiftung in Hamburg stellten uns die Sozialarbeiterinnen Franziska Bielfeld und Miriam Scherrer vor: „Es sind manchmal schon kleine, subtile Mittel, die für mehr Sichtbarkeit und Verständnis sorgen.“ Sie erklärten, warum es so wichtig ist, die besonderen Bedürfnisse dieser Zielgruppen sowie deren Bezugspersonen mitzudenken, Mitarbeitende zu schulen und ein Leitbild als Teil der Organisationsstruktur zu schaffen, das wertschätzend ist und eine offene Willkommenskultur zeigt, die Vielfalt fördert und Vorbildcharakter hat.
In der Amalie Sieveking-Stiftung wurden räumliche Ausstattungen (z.B. Unisex Toiletten) dahingehend angepasst, und die inklusive Ansprache wird durchgängig in allen Kommunikationsformen (Email, Newsletter etc.) genutzt. Auch die Teilnahme und Bewerbung queerfreundlicher Veranstaltungen wie dem CSD in Hamburg sind für die Amalie Sieveking-Stiftung selbstverständlich. Vernetzung und Austausch mit anderen Stiftungen, Projekten und Institutionen sind sehr gewünscht! www.sieveking-stiftung.de
Als Anregung für Ihre eigene Arbeit – hier geht’s zur Präsentation der Amalie Sievking-Stiftung