Zweites „Haus für morgen“ feierte Richtfest in Hamburg-Groß Borstel

Dr. Nils Koffka, Vorstandsvorsitzender der Hildegard und Horst Röder-Stiftung und Barbara Wentzel, Gründerin des Haus für morgen e. V., vor dem Neubau der zweiten Wohn-Pflege-Gemeinschaft für jüngere Schlaganfall-Betroffene in Hamburg-Groß Borstel. Bild: Haus für morgen e.V.

In Hamburg entsteht die zweite Wohn-Pflege-Gemeinschaft für jüngere Schlaganfall-Betroffene. Mit zahlreichen Gästen aus Politik, Gesundheitswesen und Sozialwirtschaft hat der Haus für morgen e.V. am 26. Juni 2026 das Richtfest seiner zweiten Wohn-Pflege-Gemeinschaft in Hamburg gefeiert. Gemeinsam mit der Hildegard und Horst Röder-Stiftung entsteht in Groß Borstel die zweite spezialisierte Wohn-Pflege-Gemeinschaft in Hamburg für jüngere Menschen nach einem Schlaganfall. Die Eröffnung ist für Frühjahr 2027 geplant.

Eine Versorgungslücke, die viele betrifft
Alle zwei Minuten verändert ein Schlaganfall ein Leben. Rund 270.000 Menschen sind deutschlandweit jährlich betroffen, etwa 30.000 davon unter 55 Jahren. Für diese Altersgruppe fehlen bislang passende Wohn- und Betreuungsangebote. Viele finden sich nach Krankenhaus und Reha in klassischen Pflegeeinrichtungen wieder, obwohl sie mitten im Berufs- und Familienleben stehen.

Das neue Projekt in Groß Borstel richtet sich an Menschen zwischen 18 und 60 Jahren und schließt eine bislang bestehende Versorgungslücke. Zehn Bewohnerinnen und Bewohner werden künftig in einer spezialisierten Wohnform leben, die professionelle Pflege mit individueller Förderung, Gemeinschaft und größtmöglicher Selbstständigkeit im Alltag verbindet.

Modell mit Signalwirkung
Nach der erfolgreichen Eröffnung des ersten Standorts in Hamburg-St. Georg im Jahr 2020 setzt das neue Haus in Groß Borstel das innovative Konzept fort und stärkt Hamburgs Vorreiterrolle in der Versorgung jüngerer Schlaganfall-Betroffener.

„Wir sind überzeugt, dass hier ein Ort entsteht, der gezielt auf die Bedürfnisse jüngerer Schlaganfall-Betroffener eingeht und ihnen neue Wege eröffnet“, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Nils Koffka für die Bauherrin, die Hildegard und Horst Röder-Stiftung. „Deshalb freuen wir uns sehr, diesen Weg gemeinsam mit dem Haus für morgen weiterzugehen.“

Für Barbara Wentzel, Gründerin des Haus für morgen e. V., steht das Richtfest für weit mehr als den Baufortschritt: „Dass wir heute bereits das zweite Haus bauen dürfen, zeigt: Diese Vision trägt. Menschen, die durch einen Schlaganfall aus ihrem bisherigen Leben gerissen wurden, brauchen nicht einfach irgendeine Versorgung. Sie brauchen einen Ort, der ihnen Würde, Gemeinschaft und Zukunft schenkt.“ Gleichzeitig bleibt die Herausforderung bestehen: Innovative Wohnformen wie diese stoßen im bestehenden System häufig an finanzielle und strukturelle Grenzen. Umso wichtiger seien starke Partner und Unterstützer, die diese Idee langfristig mittragen.

Unter Schirmherrschaft der Schriftstellerin Ulla Hahn
Über eine besondere Unterstützung darf sich das Haus für morgen ebenfalls freuen: Die Schriftstellerin Ulla Hahn übernimmt die Schirmherrschaft für den Verein. Barbara Wentzel zitierte aus einer persönlichen Botschaft der neuen Schirmherrin: „Ein Haus wie dieses ist mehr als ein Gebäude. Es ist ein Versprechen darauf, dass Würde nicht verloren geht.“

Zum Inhalt springen