
Um Menschen mit Pflegebedarf ein möglichst langes Leben im vertrauten Umfeld zu ermöglichen, unterstützt die Stadt Hamburg sechs Modellprojekte. Von Mai 2026 bis April 2029 entwickeln und erproben die Sozialbehörde und die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen gemeinsam mit den Pflegekassen und sechs Bezirksämtern quartiersorientierte und innovative Maßnahmen zur Unterstützung älterer Menschen.
Ziel der Modellprojekte ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die auch bei Pflegebedarf ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung oder zumindest im vertrauten Quartier ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur barrierearme Wohnungen, sondern ebenso Pflege- und Unterstützungsangebote, nachbarschaftliche Hilfe sowie eine professionelle Gesamtkoordination.
Zentrale Rolle übernehmen dabei sogenannte „Quartierspflegedienste“. Sie fungieren als Anlaufstelle für Beratung, Unterstützung und Vermittlung, übernehmen eine Kümmerer-Funktion und sichern die pflegerische Versorgung am Tag und in der Nacht. Gleichzeitig koordinieren sie die Angebote vor Ort, arbeiten eng mit bestehenden Strukturen zusammen und binden nachbarschaftliche Netzwerke sowie ehrenamtliches Engagement ein.
Ergänzt werden die Angebote durch „Quartierstreffs“ als Orte der Begegnung, Beratung und Unterstützung. Sie stärken den sozialen Zusammenhalt und schaffen niedrigschwellige Zugänge zu Hilfsangeboten.
Die Projekte werden gezielt in Quartieren mit besonderem Entwicklungsbedarf und hoher Einwohnerdichte umgesetzt. Sie werden wissenschaftlich begleitet und durch die Universität Osnabrück evaluiert.
Die Auswahl der Standorte erfolgte gemeinsam mit den Pflegekassen in einem zweistufigen Interessenbekundungs- und Auswahlverfahren. Berücksichtigt wurden insbesondere Vorhaben mit innovativen Ansätzen und dem Potenzial, Impulse für eine Weiterentwicklung und mögliche Überführung in Regelstrukturen zu geben.
Die sechs Modellprojekte im Überblick
- Hamburg-Mitte: AWO Hamburg Seniorenwohnen & Pflege gGmbH
„Wohnen bleiben im Quartier Mümmelmannsberg“ - Eimsbüttel: Immanuel Albertinen Diakonie / Albertinen-Haus
„Quartiersanker Albertinen-Haus“ - Hamburg-Nord: ASB Sozialeinrichtungen (Hamburg) GmbH
„Netzwerkquartier Langenhorn“ - Wandsbek: Gesundheit für Billstedt/Horn Gemeinsam Gesund gUG
„ZUSAMMEN.ALTERN.HOHENHORST“ - Bergedorf: alsterdorf assistenz ost gGmbH
„Gesund im Quartier: Mobile Community Health Nurses“ - Harburg: DRK Hamburg Soziale Dienste GmbH
„Wohnen bleiben im Quartier Neuwiedenthal“
Das gesamte Fördervolumen beträgt rund 5,2 Millionen Euro. Finanziert werden die Projekte jeweils zur Hälfte durch die Pflegekassen und Hamburgs Stadtentwicklungsfonds „Lebendige Quartiere“.
Die Modellprojekte sind Teil der Senatsstrategie „Age-friendly City – für ein altersfreundliches Hamburg“ und wurden gemeinsam von der Sozialbehörde, der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen sowie den beteiligten Bezirksämtern auf den Weg gebracht.