
Seit 1. Oktober 2024 kooperieren die Günter und Lieselotte Powalla Stiftung und die Heinrich und Caroline Köster-Stiftung miteinander. Wie das neue Angebot für die Wohnanlage in Hagendeel in Lokstedt aufgebaut ist und was es den Bewohner*innen bringt? Darüber haben wir mit Roman Bruhn, Vorstandsvorsitzender der Powalla Stiftung, und Beate Kammigan, Köster-Stiftung und Ansprechpartnerin vor Ort, gesprochen.
Herr Bruhn, die Powalla Stiftung betreibt in Lokstedt eine Seniorenwohnanlage mit 92 Wohneinheiten für ältere bedürftigen Menschen. Was ist Ihre Motivation, den Bereich Service-Wohnen auszubauen und zu erweitern?
Die Motivation ist immer, das bestmögliche für unsere Senioren zu tun. Der Anlass war aber, dass unser langjähriges Hausmeisterehepaar, das im Haus gewohnt hat, in den Ruhestand getreten ist und dies ein passender Anlass war, die Betreuung im Hause weiter zu professionalisieren und unseren Mietern einfach noch mehr Service zu bieten.
Warum haben Sie die Köster-Stiftung als Dienstleister mit an Bord geholt?
Roman Bruhn: Die Köster Stiftung ist uns seit Jahrzehnten aus dem Arbeitskreis Betreutes Wohnen bekannt. Herr Detjen und sein Team machen dort einfach eine hervorragende, menschlich zugewandte Arbeit. Der Wille und die Fähigkeit sich im Interesse der Bewohner laufend zu verbessern und weiterzuentwickeln, ist in der Köster-Stiftung an jeder Stelle erkennbar.
Als ich hörte, dass die Köster-Stiftung sich auch über die eigene Anlage hinaus bei anderen Betreibern für den Bereich des Servicewohnens engagiert, fand ich dies für unser Haus in Lokstedt sehr interessant. Unsere Wohnanlage ist zu klein, um dort eine hauptamtliche Kraft fest anzustellen, die sich nur um die Betreuung kümmert. Da wir auch keine weiteren Servicewohnanlagen betreiben, könnten wir auch nicht ohne weiteres Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen gewährleisten.
Bei der Köster-Stiftung sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ein größeres Netzwerk eingebunden und können auf viele Ressourcen zurückgreifen, die bei uns so nicht zur Verfügung stehen.
Ist die Zusammenarbeit zeitlich befristet festgelegt?
Roman Bruhn: Die Zusammenarbeit ist zeitlich unbefristet.
Frau Kammigan, wie kommen Sie mit den Bewohner*innen ins Gespräch?
Erst einmal, ganz banal, sind unsere Türen offen, das heißt die Bewohner*innen sehen, wenn wir ansprechbar sind. Und das funktioniert tatsächlich sehr gut und wird viel genutzt. Außerdem haben wir feste Zeiten, die am schwarzen Brett für alle sichtbar ausgehängt sind.
Um direkt in den Kontakt zu kommen, haben wir gleich zu Beginn unserer Tätigkeit zu einem Kennenlern-Nachmittag eingeladen. Bei Kaffee und Kuchen haben wir uns vorgestellt, Fragen beantwortet und im Gespräch Wünsche und Anregungen aufgenommen. In der Vergangenheit hatten die Verwaltung und ein Hausmeister-Ehepaar Angebote gemacht, nun wird das Service-Angebot ausgebaut. Selbstverständlich werden wir an vertrauten Angeboten festhalten und freiwillige Helfer*innen einbinden. Das Ziel ist, ein bedarfsgerechtes Angebot zu konzipieren.
Was zum Beispiel ist Ihnen aufgefallen im direkten Mieterkontakt?
Beate Kammigan: Die Bewohner*innen freuen sich, dass wir vor Ort sind, kommen auch einfach mal so in unser Büro und sagen „Guten Morgen, mehr wollte ich nicht“. Ich finde das sehr schön!
Was konkret machen Sie vor Ort, wie sind Sie für die Bewohner*innen da?
Beate Kammigan: Aus den Wünschen und Anregungen haben wir ein Veranstaltungsprogramm konzipiert und werden dieses auch fortlaufend tun. So findet nun zum Beispiel eine regelmäßige Sprechstunde rund um das Thema „Digitale Medien“ statt, der Stadtteilpolizist kommt regelmäßig zu einer offenen Sprechstunde, es gibt Vorträge zu unterschiedlichen Themen, einen neuen Qi Gong-Kurs und kleinere Ausflüge.
Außerdem bieten wir eine Soziale Beratung an: Hier finden die Bewohner*innen Unterstützung bei allen Alltagsthemen und Hilfestellung bei Anträgen, Schriftwechsel mit Behörden, Telefonaten mit der Krankenkasse, Vorsorgevollmacht und vielem mehr.
Aktuelle Entwicklungen und Ideen über das Leben mit der Köster-Stiftung in der Powalla Stiftung können Sie immer auf der Seite „Service Wohnen aktiv in Lokstedt“ in unserem vierteljährlich erscheinenden Köster-Magazin unter www.koester-stiftung.de verfolgen.
Herr Bruhn, was wünschen Sie sich von dieser Kooperation?
Ich wünsche mir, dass unsere Mieter den Vorteil, der sich aus dieser Zusammenarbeit für jeden Einzelnen ergibt, erkennen, Wert schätzen und ausgiebig nutzen. Unser Angebot richtet sich in der Hauptsache an ältere Menschen, die ihr Leben noch aktiv selbst gestalten können und wollen. Unsere Mieter dabei dauerhaft bestmöglich zu unterstützen, ist für mich Wunsch und Aufgabe zugleich.
Gibt’s es weitere Maßnahmen für ältere bedürftige Menschen in Hamburg, die Sie planen?
Roman Bruhn: Bislang konzentrieren wir uns ganz auf den Hagendeel. Ein Zukunftsprojekt ist das „Neue Stiftungsquartier Wilhelmsburg“, bei dem wir uns mit dem Neubau von Seniorenwohnungen beteiligen möchten.
Beate Kammigan: Die Köster-Stiftung hat nun drei Standorte, an denen sie Dienstleistungen für Senior*innen erbringt. Neben Lokstedt gibt es seit 2023 einen zweiten Standort in Barmbek. Diese Angebote wollen wir weiter festigen und freuen uns, dass auch für unsere generationsübergreifende Nachbarschaftsarbeit eine öffentliche Förderung in Aussicht gestellt wird.
Wir danken Ihnen beiden ganz herzlich für das Gespräch!
