Forschungsprojekt: Altern mit Smart Living-Technologien

Nizar Müller, Fachbereichsleiter Projekte und Innovationen beim Hospital zum Heiligen Geist; Foto: Stefan Zeitz
Nizar Müller, Fachbereichsleiter Projekte und Innovationen beim Hospital zum Heiligen Geist; Foto: Stefan Zeitz

Ziel von GAiST, einem Anwendungsprojekt im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gestarteten Förderaufrufs SmartLivingNEXT, ist es, älteren Menschen mit Hilfe von modernen Technologien ein selbstbestimmtes Leben im Alter zu ermöglichen. In Hamburg hat das Hospital zum Heiligen Geist jetzt erstmals Musterwohnungen mit neuester Smart Living-Technologie ausgestattet und Systeme zur Erfassung wichtiger Gesundheitsdaten integriert.

Diese Wohnungen markieren den Grundstein für die Realisierung neuer intelligenter Dienste, die unter anderem dafür sorgen, dass der Gesundheitszustand sowie sich daraus ergebende neue Bedürfnisse der Senior*innen von Pflegediensten sowie An- und Zugehörigen einfach und nahtlos im Blick behalten werden kann.

Für mehr Sicherheit und Komfort  
Smarte Helfer wie Systeme, die im Falle eines Sturzes automatisch einen Notrufauslösen, unterstützen bereits heute als Einzellösungen punktuell im Pflegealltag. Im ProjektGAiST entsteht nun ein Gesamtsystem für eine durchgängige Unterstützung, die sich kontinuierlich an die Bedürfnisse der Senior*innen anpasst.Grundvoraussetzung für die Realisierung solcher intelligenten Dienste ist eine nahtloseErfassung und Zusammenführung von medizinisch-pflegerisch relevanten Informationen sowie Informationen zum Wohnumfeld der Senior*innen.

Hierzu wurden komplette Musterwohnungen in Hamburgs ältester Stiftung mit neuester Smart Living-Technologie ausgestattet und an den SmartLivingNEXT-Datenraum angebunden. Der Datenraum passiert erstmalig rechtliche und technische Hürden, die die Zusammenführung dieser Daten bislang verhindert haben.

„Wir möchten den Mieter*innen mehr Sicherheit und Komfort geben, so dass sie mit Hilfe von moderner Technik glücklicher und sorgenfreier altern können. Gleichzeitig möchten wir durch einen daten(raum)basierten Technologie-Mix mehr Präventionsmöglichkeiten schaffen“, sagt Nizar Müller, Fachbereichsleiter Projekte und Innovationen beim Hospital zum Heiligen Geist in Poppenbüttel.

Prävention statt Reaktion
In den Musterwohnungen sind Smart Home-Komponenten, Sensoren und Messgeräte installiert, die verschiedene Dinge im Blick behalten, darunter Vitaldaten wie Blutdruck und Puls. Um Veränderungen im Alltag der Senior*innen oder ihres Gesundheitszustands frühzeitig zu erkennen, werden diese Daten mithilfe der Datenraumtechnologien einheitlich zusammengeführt und geräte- und anbieterübergreifend ausgewertet, unter anderem durch den Einsatz von Verfahren aus dem Bereich Künstliche Intelligenz. Diese Veränderungen werden dann an relevante Akteure wie Zu- und Angehörige, Ärzt*innen oder Pflegepersonal weitergeleitet, damit diese immer möglichst präventiv agieren können – also bevor etwas passiert oder sich kritische Zustände einstellen.

Die Vision ist: Pflegebedürftige Menschen können nicht nur länger in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben, sondern erleben ihren Alltag aufgrund des erhöhten Sicherheitsgefühls zudem als sorgenfreier, entspannter und leichter.

Nizar Müller betont: „Wichtig ist, dass die Mieter*innen die Kontrolle über die sie betreffenden Informationen behalten. Sie entscheiden selbst, wer wann und in welchem Umfang auf Informationen zu ihrer Gesundheit oder ihrem Alltagsverhalten zugreifen darf – ob Angehörige, Ambulante Pflegedienste und -versorger, Ärzt*innen oder andere Vertrauenspersonen im häuslichen Wohnumfeld.“ In den Musterwohnungen können sich Interessierte darüber informieren, wie das System in Zukunft funktionieren soll.

GAiST ist ein Forschungsprojekt des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) Technologieprogramms SmartLivingNEXT. Das Forschungsprojekt nutzt Smart Living-Technologien, um älteren Menschen ein sicheres und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Basis des 2,5-jährigen Projekts ist die smarte Ausstattung von Wohnungen im Hospital zum Heiligen Geist in Hamburg, in dem derzeit etwa 360 Senior*innen leben.

Mit dem Technologieprogramm „SmartLivingNEXT – Künstliche Intelligenz für nachhaltige Lebens- und Wohnumgebungen“ unterstützt das BMWK Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, die sich auf konkrete, praxisnahe Smart Living-Anwendungen beziehen.

Erfahren Sie mehr zu „SmartLivingNext“ unter https://youtu.be/SSFvSE_CYZU

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